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Mama oder Papa?

Gesehen in Neukölln.

Dinge, die ihr nicht wissen wollt #1

Eigentlich habe ich ja gar keine Zeit: Ich habe noch 14 Schultage vor mir, bis ich (endlich) für immer das Gymnasium verlassen werde. Versuche mehr oder weniger erfolgreich für das kommende Abitur zu lernen, und mache mir Gedanken über meine Zukunft. Die Bewerbung für ein FSJ Kultur ist abgeschickt, und wenn alles gut läuft, werde ich mich spätestens am 1. September in Berlin befinden. Wenn ich die ganzen Partys bis dahin überlebe.

Komischerweise bin ich momentan noch überhaupt nicht nervös wegen den Prüfungen, was wahrscheinlich damit zusammen hängt, dass ich mir zu 99 % sicher bin, mein Abi zu schaffen, die Frage ist nur einfach, wie gut. Ehrlich gesagt freue ich mich sogar etwas darauf, endlich die Prüfungen zu schreiben, weil ich dann fertig bin. Nicht dass ich mich über die ganze Lernerei freuen würde – aber ich habe halt immer im Hinterkopf, dass ich dann auch endlich fertig bin.

Das wollte ich nur einmal loswerden, weil ich gesehen habe wie lange mein letzter Artikel her ist, und ein Lebenszeichen von mir geben wollte. Ab dem 9. April gibt es hier wieder mehr zu sehen und zu lesen. Hoffentlich.

Die Deutsche Bahn und dein Freund und Helfer

Alternative Überschrift: Wie mich die Bahn gleich drei Mal an einem Tag verarschte

[via Oberau-Online]

Aus Gründen befand ich mich letztes Wochenende in Berlin, wollte aber doch schon Samstag Abend nach Hause fahren, weil es mir nicht so gut ging. Zum Hauptbahnhof zu kommen war schon etwas schwerer als gewöhnlich, und als ich dort endlich ankam, ein Ticket gekauft hatte und gerade zum Bahnsteig laufen wollte, sah ich den Zug wegfahren. Allerdings beruhte dieses Ereignis nicht auf meiner Faulheit mich etwas schneller zu bewegen, nein es lag viel eher daran, dass der Zug FRÜHER fuhr! Ich habe noch nie erlebt, dass ein Zug der Deutschen Bahn früher als geplant fährt! Ich meine, es waren nur 5 Minuten, aber eben diese 5 Minuten haben mir gefehlt. Daraufhin entschloss ich mich dann doch noch eine Nacht in Berlin zu bleiben und fuhr wieder zurück in die Innenstadt. Was auch schon ein Erlebnis war, denn 3 besoffene Obdachlose die zusammen in einem Abteil schlafen hatte ich davor auch noch nicht gesehen. Könnte aber auch daran liegen, dass es nicht gerade viele Ubahnen im Wendland gibt. Ich kriegte allerdings in der Innenstadt einen Anruf von meinem Vater, der mir erzählte, dass noch ein Zug zu einem etwas weiter entfernten Bahnhof fahren würde, und er mich von dort abholen könnte. Da meine Beine und Füße mich schon langsam nicht mehr tragen wollten, entschied ich mich daraufhin zum Hauptbahnhof zurückzufahren und dort die 3 Stunden auf den Zug zu warten. Meine Freunde hätte ich bei der Action in Kreuzberg sowieso nicht mehr wieder gefunden. Gesagt getan, Ticket gekauft und dann aus Langeweile durch den Zeitschriftenladen gegangen. Aus Frust und Langeweile war ich entschlossen mir ein Buch zu kaufen und aus Mangel an Alternativen wurde es dann Axolotl Roadkill von Helene Hegemann. Muss allerdings sagen, dass es mir nicht gerade gut gefällt, weil ich den Blog, aus dem sie geklaut hat, vorher schon gelesen hatte, und Airen einfach besser ist. Mittlerweile ärgere ich mich auch richtig, dass ich soviel Geld für das Buch ausgegeben habe. Möchte es vielleicht jemand haben? Mache auch einen guten Preis ;).

Jedenfalls musste ich dann nach Berlin Gesundbrunnen fahren, um von dort aus den Zug nach Stendal zu nehmen. Bis Berlin Gesundbrunnen ging auch alles gut, nur irgendwie kam kein Zug nach Stendal. Irgendwann stand ich dort nur noch mit zwei Vietnamesen, die in dem selben Zug wollten. Das Problem war nur einfach, dass keiner kam. Es kam auch keine Durchsage oder was weiß ich, weshalb ich langsam am verzweifeln war. Schlussendlich kam er dann doch, nur leider mit 45 Minuten Verspätung. War mir erstmal egal, hauptsache ich saß in einem Zug Richtung Heimat. Was mir dann irgendwann während der Fahrt einfiel war allerdings, dass ich ja in Stendal umsteigen muss und aufgrund der Verspätung den Anschlusszug wahrscheinlich nicht kriegen würde. Der Schaffner, den ich danach fragte versprach mir anzurufen, nachzufragen und mir dann Bescheid zu geben.  Nur war er mit den anderen 15 Leuten im Zug anscheinend so beschäftigt, dass er es nicht für nötig ansah mir Bescheid zu sagen… So stand ich schließlich um 1 Uhr Nachts, mit 10 Faschos an einem relativ kleinen Bahnhof, von dem aus kein Zug mehr fuhr und der 200 km entfernt vom Wendland war. Als ich aus dem Zug stieg, sah ich den eben erwähnten Schaffner noch durch den Zug gehen und überlegte ernsthaft, wieder in den Zug einzusteigen und meinem Unmut Luft zu machen. Ich entschied mich allerdings dagegen und beschäftigte mich lieber damit, auf meine Eltern zu warten, die in der Zwischenzeit losgefahren waren, um mich abzuholen. Schlussendlich verpasste ich in der Nacht auf Sonntag dank der Bahn zwei Züge, ließ mich von einem Schaffner verarschen und stand um 1 Uhr nachts alleine an einem 200 km entfernten Bahnhof. Meine Eltern mussten 400 km Auto fahren und ich musste aufpassen, das mich 10 Idioten nicht als das erkennen, was ich bin. Zum Glück sind Nazis ja eher nicht so intelligent und sie beachteten mich nicht, sondern verschwanden bald.

Vielen Dank, Deutsch Bahn.

Was das ganze allerdings etwas mehr erträglich machte war, dass der Naziaufmarsch in Berlin verhindert wurde. Leider verliert auch das an Wert, wenn man sieht, wer an diesem Wochenende mal wieder wirklich Krawall gemacht hat.


  • Blogroll

    Hier gab es mal eine Blogroll, die wurde aber in die Kategorie Blogliebe verschoben.