Vielen Dank an alle Antifaschisten, die den Naziaufmarsch heute in Dresden erfolgreich verhindert haben.
Ich ärgere mich zu Tode, dass ich nicht dabei war. Habe vorhin mit meinen Leuten telefoniert – außer einer Dusche Pfefferspray ist bei ihnen wohl alles gut gelaufen.
Die netten Mainstreammedien stellen übrigens die Menschenkette als Ursache für die Verhinderung des Aufmarsches da. Aber was haben wir denn auch erwartet? Astreine PR-Aktion! Wie kann es denn auch sein, dass die Antifa bei sowas beteiligt gewesen ist?!
Ich hoffe meine Tweetwall hat dem Ein oder Anderen geholfen, ich habe den Feed gesichert, und überlege ihn später noch zu veröffentlichen.
Ich hasse meinen Körper. Wahrscheinlich, weil er ab und an meinen Hass erwidert, und mich zu den unpassensten Gelegenheiten krank werden lässt.
Zum Beispiel Heute.
Morgen ist der größte Naziaufmarsch Europas, und ich bin krank. Und weil ich Angst habe den Bus vollzukotzen, werde ich heute abend nicht nach Dresden fahren. Morgen habe ich leider auch keine Möglichkeit mehr, und deswegen ist Dresden für mich gestorben. Es ist zum kotzen.
Aber um wenigstens etwas für die Gegendemonstranten zu tun, habe ich mir gedacht, dass eine Tweetwall eigentlich ganz praktisch wäre.
So hat man immer einen Überblick, wer grade was über die Demo, und hoffentlich auch die dezentralen Aktionen schreibt.
Auch für die Leute, die (notgedrungen) zu Hause bleiben, so wie ich, ist es eine gute Möglicheit, sich live auf dem Laufenden zu halten.
Ich habe übrigens auch einen Aufruf über Twitter gestartet, und dieser wurde schon in den ersten 5 Minuten 6mal Retweetet! (Das klingt zwar im Moment nach nicht grade viel – aber wenn man das mal hochrechnet!)
Liebes Internet, manchmal würde ich dich gerne heiraten.
Nach den Repressionen durch Polizei und LKA haben jetzt auch die Faschos in meiner Gegend versucht, die Mobilisation für den 13. Februar zu sabotieren:
Für den heutigen Abend war von der Antifaschistischen Aktion Salzwedel (AAS) eine Infoveranstaltung zum Naziaufmarsch in Dresden im Autonomen Zentrum “Kim-Hubert” in SAW geplant.1
Um kurz nach 18 Uhr, ca. eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn, standen auf einmal 10 vermummte Autonome Nationalisten im Vorraum des AZ, trafen auf einen einzelnen Antifaschisten, der mit 2 anderen Aktivisten der AAS die Veranstaltung vorbereitete, bedrohten ihn, und randalierten daraufhin im Infoladen.
Verletzt wurde zum Glück niemand wirklich, außer einem Schlag ins Gesicht, und nach ein paar Minuten waren sie auch wieder verschwunden.
Dies passierte 10 Minuten bevor ich ankam, und als ich mehrere Polizeiautos in der Straße sah, dachte ich erst, es geht um eine Hausdurchsuchung. Ein Freund klärte mich daraufhin allerdings auf, und erzählte mir die ganze Geschichte.
Die Faschos gingen übrigens nicht ohne Drohungen:
“Ihr wollt uns also in Dresden aufhalten?”
Und ich antworte jetzt einfach mal auf diese Frage:
Ja, wir werden euch aufhalten. Und damit das klappt, hoffe ich, dass die große Mobilisation etwas gebracht hat, und wir genug sind, um den Braunen Dreck von den Straßen fernzuhalten.
Man sieht sich in Dresden,
No Pasarán!
Die Infoveranstaltung fand später wie geplant statt [↩]
Das Quadrat im Kreis, der ganz normale Wahnsinn, mit aller Kraft dagegen halten. Politik und Widerstand, aber auch Musik und nächtelange Partys. Lyrik und Kunst, sowie wildes Auskotzen. Linux und freie Software, Liebe und Hass, Zigaretten und Bier, leise und laut, nachdenklich und zerrissen, Mainstream und Individualismus.
Das alles ist Alltagskotze.
Das alles bin ich.
-------------------------------------- "Es ist verrückt da draußen, wo die Hälfte der Autos in die Gegenrichtung fährt." Kammerflimmern
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