Gedankenhulk
Wenn der Bass die Rückspiegel trifft, verschwimmt deren Sicht so wie meine, wenn ich versuche meine Gedanken zu fokussieren.
Er vibriert in meinem Bauch nach und wirft das Gedankenkonstrukt, was ich mir langsam versuche aufzubauen, immer wieder um. Nur Ausmachen kann ich die Musik nicht, ich brauche sie um mich nicht alleine zu fühlen. Um das Gefühl zu haben, jemand würde neben mir stehen und mit mir schreien. Meine ganze verdammte Wut und meinen Hass in Stimme und Instrument konzentrieren.
Ich beschleunige auf 130, nur um das Gefühl zu haben, irgendwas zu tun. Schon wieder 30 Km/h zu schnell, wenn jetzt die Bullen…drauf geschissen.
Mir fliegen Bilder an den Kopf, die mich umklatschen und Wörter die mich niedertreten. Augen die mich an meiner eigenen Unfähigkeit verbluten lassen und Hände die mich niemals halten werden und können.
Ich will sie nicht mehr. Diese Gedanken und Gefühle. Ich will sie anzünden, wegwerfen und genüßlich dabei zugucken, wie sie innerlich verglühen.
Die Intensität meiner Wut wird immer schlimmer. Schon wieder eine Zigarette weg. Die neue mit der Alten angesteckt. Kette rauchen und dabei versuchen mein Inneres auszuräuchern. Keine, der sonst immer wirksamen Betäubungsmethoden, funktioniert, doch ich versuche es immer weiter. Fuck.
Ich möchte kotzen. Mich auskotzen. Über dich und mich. Über uns. Ich will keine Melancholie mehr, ich will hier raus. Ich will endlich wütend sein können. Unkaputtbar. Ich glaube dafür ist es zu spät. Ich will schlafen.
Ich will ausrasten. Will Randale machen. Will nicht mehr ich sein. Will die komplette, konzentrierte Wut sein. Will die Welt zerstören, um sie danach wieder aufzubauen. Will mich zerstören, damit ich endlich damit anfangen kann, der Mensch zu sein, der ich sein will.
Doch ich kann nicht aus mir raus.
Wir scheitern. Ich scheitere. Kompensiere meine Wut auf alles, was um mich herum passiert. Werde zu einem Gedankenhulk, der sich nicht mehr Kontrollieren kann. Reizüberflutung. Soviele Gedanken. Zuviele Gedanken. Kann mich nicht konzentrieren. Brauche Ruhe. Brauche Nächte um jeden einzelnen Gedankenstrang zu folgen. Vielleicht wird es danach klarer, dieses komische Gebilde von Leben.
Mein Kopf platzt. Mein Kopf ist eine Bombe, und irgendwann wird sie hochgehen. Da bin ich mir sicher. Nur den Zeitpunkt kenne ich nicht.





